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Das IFSH
Das Institut für Friedensforschung
und Sicherheitspolitik ist eine eigenständige Forschungseinrichtung
an der Universität Hamburg. Der Doppelbegriff im Institutsnamen
unterstreicht die zentrale Arbeitshypothese: Friedenswahrung
und Sicherheitsvorsorge bedingen sich wechselseitig.
Sie können nicht unabhängig voneinander verfolgt werden.
Dies galt für die inzwischen historische Konstellation
des nuklearen Abschreckungsfriedens, es gilt ebenso
für aktuelle Sicherheitsgefährdungen durch regionale
Gewaltkonflikte, transnationalen Terrorismus oder die
Verbreitung von Massenvernichtungswaffen. Deshalb orientiert
sich die Institutsarbeit am Postulat einer sowohl leistungsstarken
wie konsequent friedensverträglichen Sicherheitspolitik.
Das derzeit geltende Forschungsprogramm setzt den Anspruch
um. Es trägt den Titel "Transnationalisierung von Gewaltrisiken
als
Herausforderung europäischer Friedens- und Sicherheitspolitik".
Politiknahe, auf Problemlösung abstellende Analyse sowie
die internationale Ausrichtung bei Mitarbeiter/innen
und Projektpartnern kennzeichnen das Forschungsprofil.
Nach Problemfeldern gliedert sich das IFSH in drei Forschungsbereiche.
Das Zentrum für Europäische Friedens-
und Sicherheitsstudien (ZEUS) legt seinen Schwerpunkt
auf Untersuchungen über die konzeptionelle und operative
Gestaltung des Beitrages der Europäischen Union zur
Stärkung von Frieden und Sicherheit in den Wirkungsfeldern
der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik diesseits
wie jenseits der Grenzen der Union. Das Zentrum
für OSZE-Forschung/Centre for OSCE Research (CORE)
begleitet als weltweit erste wissenschaftliche Einrichtung
mit eigener forschungsgestützter Expertise die Aktivitäten
der OSZE auf den Gebieten der Konfliktregulation, Systemtransformation
und Demokratisierung, vornehmlich in Südosteuropa, im
Kaukasus und in Zentralasien. Die Interdisziplinäre
Forschungsgruppe Abrüstung, Rüstungskontrolle und Risikotechnologien
(IFAR²) bezieht die über Jahrzehnte erworbene
rüstungskontrollpolitische Kompetenz des Instituts auf
neue sicherheitspolitische Herausforderungen, die aus
der Technologie- und Rüstungsdynamik erwachsen. Gemeinsam
erarbeiten die Forschungsbereiche kooperative Strategien
der Konfliktlösung und der Gewaltvorbeugung im Blick
auf Handlungsoptionen der Bundesrepublik Deutschland.
Außerdem verfügt das IFSH - eine Besonderheit bei zivilen
wissenschaftlichen Instituten - über einen sogenannten
Militärischen Anteil, d.h. einen Stabsoffizier, dessen
Forschungsprojekte in den Arbeitsbereich ZEUS integriert
sind und der als Dozent an der Lehre im MPS-Studiengang
teilnimmt.
Nach Aufgabenfeldern gliedert sich das IFSH in drei
Tätigkeitsbereiche. Die Forschung bleibt unverändert
das Fundament der Institutsarbeit. Daneben gewinnen
Lehr- und Consultancy-Funktionen wachsende Bedeutung.
Mit Beginn des vom IFSH für die Universität Hamburg
ausgerichteten internationalen Postgraduiertenstudiengangs
"Master of Peace and Security Studies" im Wintersemester
2002 und der gleichzeitigen Auflage eines zusätzlichen
Förderprogramms für Doktoranden hat sich die Beteiligung
von Institutsangehörigen an der akademischen Lehre vervielfacht.
Generelles Ziel der Lehr- und Betreuungstätigkeit ist
es, den akademischen Nachwuchs an den friedenswissenschaftlichen
Erkenntnisstand heranzuführen und Absolventen unterschiedlicher
Studienrichtungen für praxisbezogene Aufgaben zu qualifizieren.
Das zunehmende Engagement im Bereich der Politikberatung
geht wesentlich auf die Gründung von CORE im Januar
2000 zurück. Regierungen, Parlamente, internationale
Organisationen und andere Träger politischer Verantwortung
werden zeitnah mit Dienstleistungen an den Schnittstellen
von Wissenschaft, Politik und regionaler Expertise unterstützt.
Der Tätigkeitsbereich ist nachfrageabhängig und hat
sich in den zurück liegenden Jahren beständig ausgeweitet.
Die häufig unkonventionellen Aufträge reichen vom Imformationsservice
über die Evaluierung von Feldmissionen bis zum Aufbau
von Ausbildungseinrichtungen.
Zum Consultancy-Bereich im weiteren Sinn zählt die Vermittlungstätigkeit.
Sie bezweckt, das erarbeitete Sach- und Problemwissen
zu verbreiten, um die konflikt-, sicherheits- und friedenspolitische
Urteilskompetenz in Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit
zu stärken. Adressaten sind neben der Fachöffentlichkeit
auch die Publikumsmedien und Multiplikatoren in Bildungseinrichtungen.
Am IFSH werden die wissenschaftliche Buchreihe "Demokratie,
Sicherheit, Frieden", die Vierteljahreszeitschrift "S+F.
Sicherheit und Frieden" und zwei weitere Schriftenreihen
herausgegeben. Bei zwei Jahrbüchern, dem OSZE-Jahrbuch
und dem Friedensgutachten, ist das Institut Mitherausgeber.
Einer Empfehlung des Wissenschaftsrats folgend, friedensrelevante
Forschung verstärkt zu fördern, wurde das IFSH 1971
als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet. Stiftungsträgerin
ist die Freie und Hansestadt Hamburg. Die Organe des
Instituts sind der Stiftungsvorstand, das Kuratorium,
der Wissenschaftliche Beirat und der Institutsrat. Stiftungsvorstand
ist der jeweilige Wissenschaftliche Direktor. Die bisherigen
Institutsleiter waren Wolf Graf Baudissin (1971-1984),
Egon Bahr (1984-1994), Dieter S. Lutz (1994-2003) und
Reinhard Mutz (2003-2006, kommissarisch), seit Februar
2006 ist Michael Brzoska Wissenschaftlicher Direktor.
Am IFSH arbeiten rund fünfzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
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