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Der Falkensteiner Gesprächskreis
Der Kalte Krieg hat lange den Blick verstellt für die grundlegenden Probleme und Gefahren, die der Menschheit grenzüberschreitend und unabhängig vom vormaligen Ost-West-Konflikt drohen. Stichworte sind: Überbevölkerung und Welthunger, Massenarbeitslosigkeit und Massenarmut, Ressourcenraubbau und Umweltvernichtung, Klimaveränderung und Terrorismus und vieles mehr. Doch auch Jahre nach "Epochenbruch" und "Zeitenwende" ist die propagierte neue Weltordnung noch immer bloße Deklaration, ist weder eine Weltinnenpolitik in Sicht noch eine "grand strategy" erkennbar, sind noch nicht einmal die Überlebensfragen der Menschheit auch nur in Ansätzen, geschweige denn in ihrer gordischen Komplexität diskutiert.
In dieser Situation gefordert ist deshalb - neben Politik und Wissenschaft - auch die Wirtschaft: Die wachsende internationale Arbeitsteilung, die Internationalisierung der Unternehmensentscheidungen, die Mobilität der Kapitalströme, die grenzüberschreitende Wirkung durch elektronische Medien und Vergleichbares mehr lassen nicht nur die Staaten dieser Welt, sondern auch deren Wirtschaften immer mehr zusammenwachsen. Nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes kommt hinzu, dass sich die vormals kommunistischen Länder im Osten, aber auch die Länder der sog. "Dritten Welt" im Süden bei der Umgestaltung ihrer Volkswirtschaften am marktwirtschaftlichen Modell orientieren. Den Ländern des Westens und Nordens eröffnen sich damit nicht nur neue Märkte und Kooperationsbeziehungen; das "westliche Modell" wird vielmehr selbst zu einem ausschlaggebenden Vehikel im Transformationsprozess dieser Staaten auf dem Weg zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie zu einem mitentscheidenden Faktor für den inneren und äußeren Frieden. Im eindeutigen Interesse der westlichen Marktwirtschaften liegt es, dass dieser "friedliche Prozess" intensiviert, jedenfalls nicht durch gewaltsame oder kriegerische Umbrüche in Frage gestellt wird.
Dr. Michael Otto, der Vorsitzende des Vorstandes des Otto-Versand, und Prof. Dr. Dieter S. Lutz, der vormalige Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH), haben deshalb im Oktober 1995 die Gründung eines Diskussionsforums "Falkensteiner Gesprächskreis" mit Sitz am IFSH initiiert. Dieser Gesprächskreis führt hochrangige Vertreter und Vertreterinnen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, aber auch anderen Bereichen, wie z.B. Militär und Medien, zusammen. Er will strategische Überlebensfragen der Menschheit in Beziehung zu den praktischen Schritten einer friedlichen Weltinnenpolitik setzen.
Im Laufe der letzten Jahre befasste sich der Falkensteiner Gesprächskreis mit Konflikten und Sicherheitsgefährdungen im Bereich der fossilen Energiewirtschaft Russlands und lud darüber hinaus renommierte Persönlichkeiten, darunter Bundeskanzler Gerhard Schröder, Bundesumweltminister Jürgen Trittin und den Ersten Bürgermeister Ole von Beust zu Vorträgen ein.
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