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Druckansicht Zentrum für
EUropäische Friedens- und Sicherheitsstudien (ZEUS)
Im Fokus des Zentrums für EUropäische
Friedens- und Sicherheitsstudien (ZEUS) steht der Beitrag
der Europäischen Union (EU) zur Stärkung des Friedens- und
der internationalen Sicherheit in den Wirkungsfeldern ihrer
Gemeinsamen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
Fünf Themenbereiche markieren die langfristigen Koordinaten
der Forschung:
- das Selbst- und Rollenverständnis
der Europäischen Union;
- die Entwicklung und Ausgestaltung
ihrer friedens- und sicherheitspolitisch relevanten Strukturen;
- die Erweiterung und hieraus entstehende
Herausforderungen für Governance-Politiken sowie die inter-institutionelle
Kooperation der EU;
- die euroatlantischen Bindungen unter
besonderer Berücksichtigung der Partnerschaft zu den USA
und zur NATO;
- das Wirken der EU als globale Akteurin
im Umgang mit regionalen und transnationalen friedens-
und sicherheitspolitischen Herausforderungen.
ZEUS leistet zur Umsetzung des Arbeitsprogramms
des IFSH eigene Beiträge sowie Beiträge in Zusammenarbeit
mit Kooperationspartnern innerhalb und außerhalb des
Instituts. So wird untersucht, wie die EU die Entstehung
und Ausbreitung transnationaler Gewaltrisiken erschweren
bzw. ihre Transformation in Gewaltkonflikte unterbinden
kann. Zu den forschungsleitenden Fragen gehören vor
allem jene nach
- den spezifischen Herausforderungen
transnationaler Gewaltrisiken für die EU;
- den handlungsleitenden Normen und
Werten im Umgang mit den Herausforderungen;
- den Strategien, Instrumenten und
Politiken, die von der EU für die Prävention
und Eindämmung solcher Risiken entwickelt und angewandt
werden;
- den Interaktionen der EU in ausgewählten
geographischen Räumen und besonders relevanten funktionalen
Politikfeldern;
- den Wirkungen der EU-Politiken und
den hieraus ableitbaren Schlussfolgerungen für die
Prävention bzw. Eindämmung transnationaler Gewaltrisiken.
ZEUS orientiert
sich thematisch und methodisch an der Systematik konzeptionell-normativer,
auf Institutionen ausgerichteter, sektoraler und strukturbildender
Forschungsansätze des vom IFSH verfolgten Arbeitsprogramms.
Konzeptionell-normative Ansätze: Friedens- und sicherheitspolitische
Strategien, Instrumente und Handlungen der Europäischen
Union werden auf ihre zu Grunde liegenden Weltbilder und
normativen Haltungen hin untersucht, gegebenenfalls werden
alternative Handlungsmodelle ausgearbeitet.
Institutionenorientierte Ansätze: Untersucht wird,
ob, wie und mit welchen Mitteln die EU mit effektiven Formen
internationalen sicherheitspolitischen Regierens auf die
Prävention und Transformation von Konflikten jenseits
ihrer Grenzen Einfluss nimmt. Analyseschwerpunkte bilden
die institutionelle Ausgestaltung der Nachbarschafts- und
Kooperationspolitiken sowie der Regionalstrategien der EU
in Bezug auf Südosteuropa (Westbalkan), den Mittelmeerraum
(Nahost), die strategischen Regionen entlang der erweiterten
Peripherie (v.a. nördliches Afrika, Zentralasien) sowie
im Rahmen der ESVP durchgeführte Aktionen zur Prävention
transnationaler Gewaltrisiken und zum (zivil-militärischen)
Krisenmanagement. Dabei werden interinstitutionelle Kooperationen
und Kooperationsmöglichkeiten geprüft und es wird
erforscht, welche strategischen Synergien durch globale
Partnerschaften (v.a. USA, Russland, China) erschlossen
werden können.
Thematisch-sektoral bilden die in der Europäischen Sicherheitsstrategie
(2003) benannten fünf größten Risiken (Terrorismus, Verbreitung
von Massenvernichtungswaffen, Staatszerfall, Regionale Konflikte
und Organisierte Kriminalität) Orientierungspunkte für die
Forschung.
Im Bereich strukturbildender Ansätze stehen vor allem
die Strategien und Instrumente der EU zum Aufbau demokratischer
Institutionen in schwachen und/oder autoritären Staaten
im Mittelpunkt. ZEUS untersucht u.a. die Politiken der EU
zur Normensozialisation insbesondere im Bereich der Rechtsstaatlichkeit,
sektorspezifisch insbesondere Mechanismen des Politiktransfers
auf Drittstaaten und Hilfen zum Aufbau und der Reform von
Justiz, Polizei und Militär sowie zu Grenzsicherheit
und Grenzmanagement. In die Analyse integriert werden Ansätze
aus der Wirkungsforschung (Evaluationsforschung, Regimeanalyse,
quantitative Analysen). Insbesondere werden nicht-intendierte
Wirkungen auf die Bedingungen und Akteure in den jeweiligen
Zielstaaten sowie auf die EU selbst beachtet.
ZEUS entwickelt und pflegt enge Beziehungen zu wichtigen
Forschungseinrichtungen im In- und Ausland. ZEUS verfolgt
das Ziel stärkerer direkter Forschungskooperation und
einer kooperativen Einwerbung von Drittmitteln bei in- und
ausländischen Förderorganisationen.
ZEUS-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligen sich aktiv an der akademischen Lehre (vor allem im Studiengang Master of Peace and Security Studies), an der Betreuung von Promotions-, Studierenden- und Praktikumsprojekten.
Ein besonderer Schwerpunkt der Forschung, wissenschaftsgestützter Dienstleistungen und der Lehre des Zentrums ist an der Schnittstelle zwischen ziviler Gewaltprävention und der Rolle von Streitkräften angesiedelt. Dieser Schwerpunkt steht in der langjährigen Tradition des IFSH, insbesondere begründet durch dessen ersten Direktor, Generalleutnant a.D. Wolf Graf Baudissin. Der militärische Anteil des IFSH sowie das Fellowship-Programm „Graf Baudissin“, in dessen Rahmen betreute Forschungsaufenthalte ausländischer Offiziere und Sicherheitsexperten am IFSH durchgeführt werden, sind mit diesem Themenschwerpunkt befasst. Forschungen zur Demokratisierung von Streitkräften (Innere Führung) werden darüber hinaus auch in der externen Forschungsgruppe „DemoS“ durchgeführt.
ZEUS erbringt umfangreiche wissenschaftsgestützte Dienst- und Transferleistungen in eigener Zuständigkeit und bereichsübergreifend für das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Dienst- und Transferleistungen umfassen u.a. internetgestützte Informationen, die Herausgabe und Redaktion wissenschaftlicher Publikationen, Friedenspädagogik, Öffentlichkeitsarbeit und die Organisation akademischer Lehre.
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