BMBF Projekte
Piraterie und maritimer Terrorismus als Herausforderungen für die Seehandelssicherheit: Indikatoren, Perzeptionen und Handlungsoptionen (PIRAt)
Das vom BMBF finanzierte Verbundprojekt
mit einer Laufzeit von 33 Monaten (April 2010 - Dezember
2012) und einem Gesamtbudget von knapp einer Million
Euro, will Austauschprozesse für das Problemfeld
Seehandelssicherheit initiieren und Akteuren aus Wirtschaft,
Politik und Wissenschaft eine hierfür geeignete
Diskussionsplattform sowie wissenschaftliche Expertise
zur Verfügung zu stellen. Darauf aufbauend soll
das Konzept der „Security Governance“
überprüft und weiterentwickelt werden. Es
werden Indikatoren für die Erfassung sowohl der
partikularen Risikoperzeptionen als auch der Abläufe
und Mechanismen der Aushandlung und Entwicklung einer
gemeinsamen Risikodeutung erarbeitet. Desweiteren
soll ein Katalog mit zivilen Handlungsoptionen für
ein koordiniertes und vernetztes Vorgehen entwickelt
werden. Der Projektverbund strebt ein Gesamtkonzept
an, bei dem politikwissenschaftliche Risikoanalysen
und technologische Sicherheitslösungen mit rechtlichen
und wirtschaftlichen Lösungsvorschlägen
verknüpft werden mit dem Ziel, ressortübergreifende
staatliche Handlungsoptionen unter Berücksichtigung
von zukünftigen Trends, zur zivilen Stärkung
der Seehandelssicherheit zu entwickeln.
Arbeitsziel des IFSH ist es dabei, sicherheitsanalytische
Risikomodelle zu verfeinern um infrage stehende maritime
Unsicherheitslagen zu durchdringen und, hierauf aufbauend,
Ansatzpunkte für ein koordiniertes Vorgehen zur
wirksamen Risikoreduzierung zu isolieren. Darüber
hinaus wird das IFSH unter kritischer Heranziehung
des „Security Governance“-Ansatzes, den
Koordinierungsprozess zwischen den relevanten Schlüsselakteuren
analysieren und weiterentwickeln. Als Projektkoordinator
wird das IFSH außerdem alle im Zuge der Durchführung
des Projekts anfallenden Treffen zur Verzahnung der
einzelnen Teilforschungsarbeiten organisieren, die
Kommunikationsplattform und Website betreuen sowie
die redaktionellen Aufgaben für die gemeinsamen
Publikationen übernehmen.
Die Projektmitarbeiter/innen sind Dr. Hans-Georg Ehrhart, Dr. Patricia Schneider und Kerstin Petretto.
Das vom BMBF finanzierte Verbundprojekt TERAS-INDEX (Terrorismus und Radikalisierung – Indikatoren für externe Einflussfaktoren) befasst sich vergleichend mit Folgewirkungen außen-und sicherheitspolitischen Handelns europäischer Länder auf islamistische Radikalisierungsprozesse. Im Vordergrund steht dabei die Frage, ob und inwieweit interne und internationalisierte Konflikte in der muslimischen Welt und darin das außenpolitische Handeln der Bundesrepublik Deutschland und fünf europäischer Vergleichsländer Rückwirkungen auf jihadistische, islamistische und vulnerable Milieus in Deutschland und den anderen europäischen Ländern haben. Hierzu setzt das Projekt TERAS-INDEX mit unterschiedlichen Methoden an. Diese reichen von der vergleichenden Analyse außen- und sicherheitspolitischen Handelns, das sich auf das Radikalisierungspotenzial für jihadistisch-islamistischen Terrorismus in Deutschland und den fünf weiteren europäischen Ländern auswirken kann, über die Erarbeitung eines Instrumentariums zur Erfassung von Rückwirkungseffekten bis hin zu empirischen Untersuchungen des Einflusses externer Konflikte auf jihadistische, islamistische und vulnerable Milieus. Aus diesen Analysen werden Indikatoren erarbeitet, die frühzeitig auf islamistische Radikalisierungsprozesse hinweisen können und Gelegenheitsfenster eröffnen, um diesem nicht-deterministischen Prozess entgegenzuwirken.


