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Laufende Projekte
Weitere Informationen über die Projektarbeit von ZEUS
finden sich auch im ZEUS-Forschungsplan.
Piraterie und maritimer Terrorismus als Herausforderungen für die Seehandelssicherheit: Indikatoren, Perzeptionen und Handlungsoptionen (PiraT)
Das vom BMBF finanzierte Verbundprojekt mit einer Laufzeit von 33 Monaten (April 2010 - Dezember 2012) und einem Gesamtbudget von knapp einer Million Euro, will Austauschprozesse für das Problemfeld Seehandelssicherheit initiieren und Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft eine hierfür geeignete Diskussionsplattform sowie wissenschaftliche Expertise zur Verfügung zu stellen. Darauf aufbauend soll das Konzept der „Security Governance“ überprüft und weiterentwickelt werden. Es werden Indikatoren für die Erfassung sowohl der partikularen Risikoperzeptionen als auch der Abläufe und Mechanismen der Aushandlung und Entwicklung einer gemeinsamen Risikodeutung erarbeitet. Desweiteren soll ein Katalog mit zivilen Handlungsoptionen für ein koordiniertes und vernetztes Vorgehen entwickelt werden. Der Projektverbund strebt ein Gesamtkonzept an, bei dem politikwissenschaftliche Risikoanalysen und technologische Sicherheitslösungen mit rechtlichen und wirtschaftlichen Lösungsvorschlägen verknüpft werden mit dem Ziel, ressortübergreifende staatliche Handlungsoptionen unter Berücksichtigung von zukünftigen Trends, zur zivilen Stärkung der Seehandelssicherheit zu entwickeln.
Projektmitarbeiter/innen: Dr. Hans-Georg Ehrhart, Dr. Patricia Schneider, Kerstin Petretto Projektwebsite
Rechtfertigung nach gleichem Muster? Eine Untersuchung von Argumenten für die Einschränkung von Menschen- und Bürgerrechten bei der Terrorismusbekämpfung in den USA, der EU und Russland
Das Projekt untersucht die Überzeugungs- und Rechtfertigungsargumente für die Einschränkung von Menschen- und Bürgerrechten bei der Terrorismusbekämpfung auf nationaler und internationaler Ebene in den USA, der EU und in Russland. Geprüft wird, ob sich die Argumente, die von gouvernementalen Akteuren für eine Durchführung „außerordentlicher“ (exzeptioneller) Maßnahmen ins Feld geführt werden, ähnlich sind, sich gleichen bzw. ob sie sich zwischen den Rechtsräumen im Zeitverlauf angenähert haben. Ziel ist es herauszufinden, ob in Bezug auf Begründungen außerordenticher Maßnahmen bei der Bekämpfung des islamistisch motivierten Terrorismus eine Koalition gouvernementaler „norm challengers“ ent-standen ist. Die Existenz einer solchen Koalition könnte eine erodierende Wirkung auf die weltweite Geltung von Menschen- und Bürgerrechten haben. Das Projekt wird von der DFG gefördert.
Projektmitarbeiter/innen: Dr. Regina Heller, Dr. Martin Kahl, Dr. Daniela Pisoiu
Projektwebsite
TERAS-INDEX Das vom BMBF finanzierte Verbundprojekt TERAS-INDEX (Terrorismus und Radikalisierung – Indikatoren für externe Einflussfaktoren ) befasst sich mit Folgewirkungen außen-und sicherheitspolitischer Maßnahmen. Im Vordergrund steht dabei die Frage, ob und inwieweit externe Konflikte und darin das außenpolitische Handeln der Bundesrepublik Deutschland Rückwirkungen auf islamistische Radikalisierungsprozesse in Deutschland haben. Hierzu setzt das Projekt TERAS-INDEX mit unterschiedlichen Methoden an. Diese reichen von der vergleichenden Analyse außen- und sicherheitspolitischen Handelns, das sich auf das Radikalisierungspotenzial für jihadistisch-islamistischen Terrorismus in Deutschland und fünf weiteren europäischen Ländern auswirken kann, über die Erarbeitung eines Instrumentariums zur Erfassung von Rückwirkungseffekten bis hin zu empirischen Untersuchungen des Einflusses externer Konflikte auf unterschiedlich radikalisierte soziale Milieus. Aus diesen Analysen werdenIndikatoren erarbeitet, die frühzeitig auf islamistische Radikalisierungsprozesse in Deutschland hinweisen können und Gelegenheitsfenster eröffnen, um diesem nicht-deterministischen Prozess entgegenzuwirken.
Projektmitarbeiter/innen: Matenia Sirseloudi, Dr. Martin Kahl
EUSECON. Eine neue Agenda für Europäische Sicherheitsökonomie
Das auf vier Jahre angelegte Forschungsprojekt untersucht die Ursachen, Wirkungsfaktoren und langfristigen Effekte von Unsicherheit und Sicherheitspolitik in Europa. Ziel der EUSECON-Initiative ist es, die ökonomischen und sozialen Kosten von Terroranschlägen und Maßnahmen gegen den Terrorismus zu benennen und auf Grundlage dieses Wissens eine effektivere und effizientere Sicherheitspolitik zu ermöglichen. Das Projekt wird von der Euro-päischen Kommission im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms gefördert und von einem Konsortium herausragender Ökonomen und Sozialwissenschaftler in Europa bearbeitet.
ZEUS Projektmitarbeiter/innen: Rafael Bossong, Dr. Regina Heller, Dr. Martin Kahl, Eric van Um
Multi Stakeholder Partnership in Post-Conflict Peace-reconstruction
Das von einem internationalen Konsortium innerhalb des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU durchgeführt Projekt will die Frage beantworten, wie, in welchem Ausmaß und unter welchen Bedingungen Multi-stakeholder Partnerschaften dergestalt zu Politikansätzen und Programmen im Bereich der Friedenskonsolidierung beitragen, dass die menschliche Sicherheit positiv beeinflusst wird. Dies soll durch die Konsolidierung und Förderung von Wissen über Faktoren erreicht werden, die Frieden und menschliche Sicherheit fördern. Erfolgreiche Partnerschaften fördern Gewaltfreiheit und langfristigen Frieden. Sie liefern einen produktiven Rahmen für die Gestaltung der Beziehungen zwischen lokalen und externen Akteuren, einschließlich Mediatoren und Internationalen Organisationen. Die EU hat sich zur Förderung eines umfassenden friedens- und sicherheitspolitischen Ansatzes in Nachkriegsgesellschaften
verpflichtet. Die spezifischen Modelle und Leitlinien, welche die EU in die Lage versetzen diese Ziele zu erreichen, müssen allerdings noch gefunden werden.
Projektmitarbeiter: Dr. Michael Brzoska, Dr. Hans-Georg Ehrhart
Lexikon EUropäische Sicherheitspolitik
Das Lexikon EUropäische Sicherheitspolitik erläutert in kurzen Beiträgen einschlägige und weniger bekannte Begriffe aus dem Bereich der europäischen Sicherheitspolitik.
Ihm liegt ein erweiterter Sicherheitsbegriff zugrunde. Im Mittelpunkt stehen Termini aus der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) sowie der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) der Europäischen Union. Fast 600 Stichwörter ermöglichen einen gezielten Zugriff auf zahlreiche Aspekte europäischer Sicherheit. Sie reichen von A wie A 400M bis Z wie Zyklenmodell der Konfliktprävention. Ein ausführlicher Anhang enthält vertiefende Informationen in Form von Schaubildern, Tabellen und Ablaufskizzen.
Projektmitarbeiter: Dr. Hans-Georg Ehrhart, Dr. Bernhard Rinke
Die NATO und die internationale Gemeinschaft in Afghanistan: Auf verlorenem Posten oder langfristiges Engagement?
Nach sechs Jahren internationalen Engagements in Afghanistan ist es an der Zeit den Einsatz der NATO und der internationalen Gemeinschaft zu bewerten. Das Jahr 2007 wurde vielfach als entscheidend für die Zukunft dieses zerrütteten Landes und für das weitere Engagement der NATO angesehen. Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt, das mit einem deutsch-kanadischen Workshop am 13./14. Dezember 2007 in der Führungsakademie der Bundeswehr startete, darauf ab eine Bilanz zu ziehen. Es steht unter der Überschrift: „Die NATO und die internationale Gemeinschaft in Afghanistan: Auf verlorenem Posten oder langfristiges Engagement?“ Das Engagement der Nato und der internationalen Gemeinschaft beim staatlichen Wiederaufbau in Afghanistan wird einer kritischen Analyse unterzogen. Besondere Berücksichtigung finden die Strategien und Aktivitäten Deutschlands und Kanadas. Die Ergebnisse dieses internationalen, von der NATO geförderten Projekts sollen in Aufsätzen und einer Buchpublikation veröffentlicht werden.
Bearbeiter: Dr. Hans-Georg Ehrhart
Security Governance als Herausforderung für die Bewältigung transnationaler Konflikte
Das Projekt geht von der Annahme aus, dass transnationale Konflikte komplexer Natur sind, sie im internationalen Kontext einer differenzierten Bearbeitung bedürfen und die EU über ein breitgefächertes, aber noch zu vernetzendes institutionelles und materielles Instrumentarium zur Konfliktvorbeugung und Krisenbearbeitung verfügt. Vor diesem Hintergrund werden Ziele, Rolle und Funktionsweise der EU als postmoderner Krisenmanager untersucht. Sowohl im Binnen- als auch im Außenverhältnis treten zahlreiche Koordinations- und Kooperationsprobleme auf, die eine verbesserte „Security Governance“ erfordern. Das Projekt vereint empirische Analysen zu einzelnen Aspekten der Security Governance der EU wie etwa die zivil-militärischen Beziehungen, die Sicherheitssektorreform, der Nexus zwischen Sicherheit und Entwicklung oder dessen Rolle bei der Aufstandsbekämpfung. Es soll empirisch erforscht werden, welche (internen und externen) Koordinations- und Kooperationsprobleme bei der Bearbeitung von transnationalen Gewaltkonflikten auftreten und ob bzw. wie diese überwunden werden können. Theoretisch angeleitet wird die Untersuchung durch Annahmen des Governance-Ansatzes, wobei angestrebt wird, das Konzept der Security Governance zu verfeinern.
Bearbeiter: Dr. Hans-Georg Ehrhart
Russland und der Westen. Neue Ansätze zur Erklärung russischer Außenpolitik
Das Projekt will mit Hilfe neuer Erklärungsansätze das Wesen russischer Außenpolitik in Bezug auf den Westen erklären. Bisherige Versuche, die Triebfedern einer vielfach widersprüchlichen und manchmal sogar irrational anmutenden russischen Außenpolitik zu identifizieren, waren nur begrenzt erfolgreich. Das Projekt will theoretische Blindstellen identifizieren und neue Wege finden, diese Blindstellen zu füllen.
Bearbeiterin: Dr. Regina Heller
Die „Europäisierung“ der EU-Russlandpolitik
Das Projekt untersucht die Möglichkeiten und Grenzen einer "Europäisierung" der EU-Russlandpolitik als Voraussetzung für kohärentes Außenhandeln der Union. Unter "Europäisierung" wird die EU-interne Abstimmung und Harmonisierung nationalstaatlicher Positionen und Präferenzen im Sinne kollektiver europäischer Ziele verstanden. Ausgangspunkt des Projekts ist die Beobachtung, dass die Standpunkte und Präferenzen der 27 EU-Mitgliedstaaten in Bezug auf Russland stark variieren und sich bisweilen sogar widersprechen. Unstimmigkeiten existieren nicht nur zwischen "alten" und "neuen" Mitgliedstaaten, sondern auch zwischen "großen" und "kleinen". In der Vergangenheit haben die EU-Mitgliedstaaten häufig das der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) inhärente Koordinierungsgebot missachtet und durch nationale Alleingänge unterlaufen. In der Folge war die europäische Russlandpolitik vielfach von unilateralem Handeln geprägt, wodurch kollektive Sicherheitsinteressen unterminiert wurden. Dieser Zustand schwächt die EU als einheitlichen und glaubwürdigen Akteur und stellt ihre Fähigkeit, außen- und sicherheitspolitisch zu handeln und ihre kol-lektiven (Sicherheits-)Interessen gegenüber Russland durchzusetzen, grundlegend in Frage.
Bearbeiterin: Dr. Regina Heller
Aufbau, Reform und Zerfall des Sicherheitssektors in den palästinensischen Autonomiegebieten als Herausforderung für die Nahostpolitik der EU
Die Nahost-Politik der EU ist im Spannungsfeld zwischen State-building, Terrorismusbekämpfung und transatlantischer Zusammenarbeit zu verorten. Diese allgemeine Feststellung schließt die Rolle der EU beim Aufbau des palästinensischen Sicherheitssektors ein, der sich unter den Bedingungen von Besatzung und Widerstand vollzieht. In einer kritischen Bilanz werden konstruktive und kontraproduktive Merkmale des europäischen Engagements für das palästinensische Staatsprojekt herausgearbeitet.
Die Studie leistet einen Beitrag zur Untersuchung der Wirkungsamkeit der Security Governance der EU. Ihr Gegenstand sind Konzept und Praxis des Engagements der EU in den palästinensischen Autonomiegebieten im Sicherheitsbereich. Drei Phasen werden hierbei unterschieden: vom Oslo-Prozess bis zu dessen Zusammenbruch in der 2. Intifada (1993-2000), vom Neubeginn seit dem Amtsantritt von Präsident Abbas bis zum Zerfall der vorstaatlichen palästinensischen Einheit (2005-2007) und von der Verlagerung auf die Westbank bis zum Gaza-Krieg (2007-2009). Im Spannungsfeld zwischen State-building, Terrorismusbekämpfung und transatlantischer Zusammenarbeit bewirken widerstreitende Teilziele und eine anti-islamistische hidden agenda, dass die Reform des Sicherheitssektors nicht die beabsichtigten Ergebnisse zeitigte.
Bearbeiterin: Dr. Margret Johannsen
Prä-radikale Subkulturen, Radikalisierung und Gewalt
Das Projekt befasst sich mit der Erarbeitung eines Drittmittelantrags zu dem Thema: Die Rolle von prä-radikalen Subkulturen in den Islamistischen, rechtsextremistischen und linksextremistischen Radikalisierungsprozessen. Der theoretische Ansatz des Projekts ist interdisziplinär und stützt sich auf drei Forschungsbereiche: Terrorismusforschung, Kriminologie und Forschungen zu sozialen Bewegungen. Radikalisierung wird als Entwicklungsprozess aufgefasst, wobei eine Beteiligung schrittweise und in Interaktion mit dem nahen und fernen sozialen Umfeld erfolgt. Motivationsvariablen sind hierbei von entscheidender Bedeutung. Das Projekt wird durch das Dekanat der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg finanziert.
Projektmitarbeiterin: Dr. Daniela I. Pisoiu
Theorie und Praxis von Gewaltkonflikten
Problembeschreibung: Gewaltkonflikte und Krieg sind Bestandteile der Menschheitsgeschichte. Alle bisherigen Versuche zu ihrer dauerhaften Überwindung sind bisher gescheitert. Die Beilegung spezifischer, in der Vergangenheit dominierender Konfliktmuster scheint die Welt nicht grundsätzlich friedlicher oder sicherer gemacht zu haben. Die Vorbeugung und Vermeidung, Einhegung und Begrenzung wie auch die Fähigkeit bestehende Gewaltkonflikte erfolgreich und möglichst rasch zu einem humanen langfristig friedenskompatiblen Ende führen zu können, sind daher heute als Bedingungen des Friedens so wichtig wie eh und je.
Fragestellung/Hypothesen: Das Projekt geht von der Prämisse aus, dass eine systematische Förderung der oben genannten Bedingungen des Friedens ohne ein zutreffendes und tiefgreifendes Kriegs- und Konfliktverständnis und ein entsprechend geschultes Urteil der handelnden Akteure nicht möglich ist. Basierend auf der Arbeitshypothese „Wer den Frieden will, muss Krieg und Gewaltkonflikt verstehen“ verfolgt das Projekt daher die Zielsetzung, zu einer systematischen, Theorie und Praxis vereinigenden Entwicklung eines ganzheitlichen Verständnisses des Phänomens Krieg, auch in seiner Abgrenzung zu anderen Formen organisierter Gewalt, beizutragen.
Zwecksetzung: Damit soll dem wachsenden Bedarf hinsichtlich einer zutreffenden Bewertung der verschiedensten, sich permanent wandelnden Erscheinungsformen von Krieg und Gewaltkonflikt im globalen Rahmen Rechnung getragen und hierfür ein Beitrag zur grundlegenden theoretischen Einordnung und Abgrenzung des vielgestaltigen Phänomens Krieg geleisteten werden. Damit sind nicht nur analytische sondern auch politik-relevante Fragen verbunden. Gerade vor dem Hintergrund der Bündnisorientierung Deutschlands ist es entscheidend, zu einem eigenständigen und fundierten Urteil hinsichtlich der Bewertung des aktuellen und künftig zu erwartenden Kriegs- und Konfliktgeschehens fähig zu sein, um damit Bündnispolitik auf der Grundlage des Sinnvollen und Machbaren mitgestalten und die dafür erforderlichen Mittel und Instrumente zielgerichtet ausbilden zu können.
Projektmitarbeiter: Dr. Johann Schmid
Krieg und Frieden verstehen auf der Basis Clausewitzschen Denkens
„Wer den Frieden will muss Krieg verstehen!“ Ausgehend von dieser Prämisse verfolgt das Projekt die Zielsetzung zur Schulung von Denken und Urteil hinsichtlich der Entwicklung eines ganzheitlichen Verständnisses über das Wesen des Phänomens Krieg/Konflikt beizutragen. Die Nutzungsmöglichkeiten der Clausewitzschen Theorie/Philosophie „Vom Kriege“ zur Entwicklung eines zutreffenden Verständnisses der aktuellen Kriegs- und Konfliktwirklichkeit bildet hierbei das zentrale Erkenntnisinteresse.
Projektmitarbeiter: Dr. Johann Schmid
Die Dialektik von Angriff und Verteidigung – Clausewitz und die stärkere Form des Kriegführens
Die Dialektik von Angriff und Verteidigung beschäftigt politisch-militärische Denker und Entscheidungsträger zu nahezu allen Zeiten und ist eine der grundlegenden Fragestellungen in Krieg und Konflikt. In der Erkenntnis, dass ein mangelndes auch theoretisches Verständnis des Phänomens Krieg zur Eskalation von Gewalt beitragen und damit auch zur Kriegsursache werden kann, befasst sich das Projekt mit dem Stärkeverhältnis der beiden Hauptformen des Kriegführens und Kämpfens: Angriff und Verteidigung. Zentraler Untersuchungsgegenstand ist die These des preußischen Generals und Kriegsphilosophen Carl von Clausewitz, wonach die Verteidigung die an sich „stärkere Form des Kriegführens“ sei. Erste Ergebnisse des Projektes verdeutlichen die Notwendigkeit zur Revision beziehungsweise zur Weiterentwicklung einer der zentralen inhaltlichen Botschaften des Clausewitzschen Werkes „Vom Kriege“.
Projektmitarbeiter: Dr. Johann Schmid
Akademisches Netzwerk Südosteuropa
Ziele des Projektes sind vor allem eine vertiefte Auseinandersetzung von Nachwuchseliten in den Staaten Südosteuropas mit friedenspolitisch relevanten Themen, die Förderung des wissenschaftlichen und akademischen Austauschs, die Entwicklung einer nachhaltigen wissenschaftlichen und studentischen Kooperation zwischen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern in der Region bzw. in der Diaspora sowie zwischen akademischen Partnereinrichtungen in Südosteuropa und dem IFSH sowie den im Kooperationsverbund Friedensforschung und Sicherheitspolitik zusammenarbeitenden friedenswissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland. Für Programme und Ergebnisse vgl. ww.akademischesnetzwerk-soe.net. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert das Projekt aus seinen Mitteln des Sonderprogramms „Stabilitätspakt für Südosteuropa“.
Bearbeiterinnen: Naida Mehmedbegovic, Dr. Patricia Schneider
Projekt Handbuch Frieden
Entsprechend wird der „Frieden“ im Rahmen dieses Handbuchs begrifflich-thematisch in unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlich-sozialen Kontexten erfasst und diskutiert.
Bearbeiter: Dr. Bernhard Rinke, Prof. Dr. Hans J. Gießmann (Berghof-Institut für konstruktive Konfliktbearbeitung)
Dissertationen
Die Internationalisierung terroristischer Gewalt – Ursachen und Bedingungen
Die Internationalisierung terroristischer Gewalt – Ursachen und Bedingungen
Das Promotionsvorhaben beschäftigt sich mit den Ursachen für die Internationalisierung terroristischer Gewalt. Es soll untersucht werden, welche Bedingungen terroristische Organisationen dazu veranlassen, terroristische Gewalt über die Grenzen des ursprünglichen Konfliktlandes hinaus zu tragen bzw. welche Einflussfaktoren dazu beitragen, dass der Fokus terroristischer Anschläge auf Bürger prinzipiell unbeteiligter Drittstaaten gelegt wird. In diesem Zusammenhang soll in der Untersuchung auch auf die Frage eingegangen werden, warum – abhängig von der zugrundegelegten Definition – lediglich jeder achte Terroranschlag ein internationaler Anschlag ist. Besondere Beachtung sollen dabei die Faktoren mediale Aufmerksamkeit, staatliche Antiterrormaßnahmen und die Machtasymmetrie zwischen Staat und Terrororganisation finden.
Dissertationsprojekt Dennis Bangert
Governing Counterterrorism: The Fight Against Transnational Terrorism and the Role of International Institutions
Terroranschläge wie die in New York 2001, Madrid 2004 und London 2005 haben die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit in der Bekämpfung des transnationalen Terrorismus verdeutlicht und zur Entwicklung einer komplexen internationalen Kooperationsstruktur geführt. Die Forschung hat sich bisher entweder auf die Staaten und deren Interessen und Wahrnehmungen konzentriert oder sich lediglich mit den Strategien und Arbeitsweisen internationaler Institutionen beschäftigt. Die Rolle internationaler Institutionen als Akteure innerhalb des Kooperationsprozesses wurde bisher jedoch kaum genauer untersucht. Zudem fehlt es in der Literatur an theoriegestützten Analysen, die eine systematischere Behandlung des Themas ermöglichen könnten. Das Dissertationsprojekt fragt daher, wie und inwieweit internationale Institutionen die zwischenstaatliche Kooperation in der Terrorismusbekämpfung seit dem 11. September 2001 ermöglicht, implementiert und weiter entwickelt haben. Dazu wird ein Modell auf der Grundlage verschiedener Theorien der internationalen Beziehungen und deren Annahmen zur Rolle internationaler Institutionen entwickelt. Als Untersuchungsfälle dienen die Europäische Union und die Vereinten Nationen.
Dissertationsprojekt Hendrik Hegemann
International Administration in Kosova and its Way to Peace
Der Entscheidung, Kosovo unter eine internationale Verwaltung zu stellen, lag der Gedanke zugrunde, auf diese Weise die Bedingungen für eine friedliche Lösung des Konflikts zu verbessern. 1999 konnten sich die Großmächte nicht auf eine Lösung verständigen und froren den Konflikt stattdessen in der Hoffnung ein, dass die Zeit für eine endgültige Konfliktlösung arbeiten würde. Die Dissertation untersucht auf mehreren Ebenen, ob der Konflikt seit 1999 mehr oder weniger „lösungsreif“ wurde. Zu diesem Zweck wird die Situation bei der Rambouillet-Konferenz 1999 und der unmittelbaren Zeit danach mit der Situation 2007 verglichen. Darüber hinaus werden die Maßnahmen und Aktivitäten der internationalen Akteure unter der Fragestellung analysiert, ob sie einer Verbesserung der Lage förderlich oder hinderlich waren. Zu den theoretischen Ansätzen, die in der Dissertation verarbeitet werden, gehören solche der Konflikttransformation, Konfliktlösung und Konfliktlösungsreife.
Dissertationsprojekt Afrim Hoti
Policy versus Practice: The European Union and Civil-Military Cooperation and Coordination. An Analysis of the EU Crisis Management Engagement in the Democratic Republic of Congo in the framework of the European Security and Defence Policy
In Bezug auf Krisenmanagement verfolgt die EU laut eigener Programmatik einen umfassenden Sicherheitsansatz, der zum Ziel hat, die verschiedenen militärischen und zivilen Instrumente in effektiver und kohärenter Weise zum Einsatz zu bringen. "Civil-Military Coordination" (CMCO) sowie "Civil-Military Cooperation" (CIMIC) spielen hierbei eine entscheidende Rolle, wenn es um die Planung und Implementierung von komplexen Krisenmanagement-Operationen geht. Das von der Friedrich-Ebert-Stiftung geförderte Promotionsvorhaben untersucht die Strukturen und Prozesse von CMCO und CIMIC und analysiert am Beispiel des EU-Krisenmanagement-Engagements in der Demokratischen Republik Kongo (DRK), wie der umfassende Sicherheitsansatz institutionell umgesetzt und implementiert wurde. Die empirischen Forschungen beziehen sich auf die beiden militärischen und die beiden zivilen Missionen in der DRK im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie auf das EU-Engagement im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft.
Dissertationsprojekt Janina Johannsen
Eine vergleichende Bewertung der Polizeimissionen im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) (Bosnien-Herzegowina, Demokratische Republik Kongo und Palästina). Befindet sich eine Europäische Polizeireform im Aufbau?
Das Krisenmanagement der Europäischen Union gründet auf verschiedenen Elementen der Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik, die bei der Entscheidungsfindung bezüglich der Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik (ESVP) zu berücksichtigen sind: insbesondere die zivile Komponente der Polizeimissionen nimmt hierbei eine Sonderstellung ein.
Trotz der bisherigen strategischen und taktischen Entwicklung der Polizeireform fehlt weiterhin ein systematischer und komparativer Vergleich von Ergebnissen der im Rahmen der ESVP durchgeführten Polizeimissionen. Dies führt zur Infragestellung der Existenz einer „EU Polizeireform“.
Das Forschungsvorhaben wird einen Aspekt des Engagements der Europäischen Union zur Polizeireform in Postkonfliktstaaten untersuchen, um zu bewerten, mit welcher Effektivität die ESVP Polizeimissionen implementiert wurden.
Die empirische Forschung wird sich auf die laufenden ESVP Polizeimissionen fokussieren, die in Bosnien-Herzegowina, in der Demokratischen Republik Kongo und in Palästina durchgeführt werden.
Das Projekt wird vom Cusanuswerk (bischöfliche Studienförderung) finanziert.
Dissertationsprojekt Isabelle Maras
Elitenwechsel in Bosnien-Herzegowina in der Transition
Das Projekt ist ein drittmittelgefördertes Promotionsvorhaben. Untersucht werden die Tendenzen, Herausforderungen und Probleme des durch gesellschaftspolitische Transition bedingten Elitenwechsels in Bosnien-Herzegowina.
Dissertationsprojekt Naida Mehmedbegovic
Konfliktprävention und Krisenmanagement der Europäischen Union – Schnittstellen von Entwicklung und Sicherheit der Europäischen Union
Konfliktprävention und Krisenmanagement bilden in Existenzberechtigung und Zielsetzung den Kern europäischer Außen- und Sicherheitspolitik. Besser aufeinander abgestimmt werden sollen die vielfältigen Instrumente, die im Rahmen der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, aber auch der Außenwirtschafts- und Entwicklungspolitik zur Verfügung stehen. Dabei stellt das europäische Mehrebenensystem eine besondere Herausforderung dar für den in der Theorie formulierten und von der Praxis geforderten Imperativ einer integrierten Sicherheitspolitik. Gleichzeitig weisen die strukturellen wie auch die identitären Eigenheiten des europäischen Systems der EU eine maßgebende und richtungsweisende Koordinierungsrolle zu. Dieses Projekt unterzieht die Forderung nach einem kohärenten Vorgehen auf europäischer Ebene einer kritischen Analyse, identifiziert Grenzen und Voraussetzungen für gemeinsames, koordiniertes europäisches Handeln und erarbeitet konkrete Politikempfehlungen zur Stärkung dieses Politikfeldes.
Dissertationsprojekt Isabelle Tannous
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