Hybride Angriffe zielen nicht mehr nur auf kritische Infrastrukturen oder staatliche Handlungsfähigkeit ab, sondern zunehmend auch auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Vertrauen in demokratische Institutionen. Vor diesem Hintergrund sprach IFSH-Wissenschaftler und Oberstleutnant i. G. Thilo Geiger über „Kommunikation im hybriden Konflikt“ im Rahmen der Frühjahrstagung der Polizeipräsidentinnen und Polizeipräsidenten in Hamburg.
In seinem Vortrag erklärte Geiger, dass hybride Angriffe bewusst unterhalb der Schwelle des offenen militärischen Konflikts blieben und gerade dadurch ihre strategische Wirkung entfalteten. Cyberoperationen, Sabotage oder verdeckte Einflussnahmen haben immer auch eine kognitive Komponente: Ziel sei es, Wahrnehmungen zu verschieben, Unsicherheit zu verstärken und gesellschaftliche Polarisierung zu vertiefen.
Hybride Angriffe seien deshalb immer auch Angriffe auf das Vertrauen in Sicherheit und den Staat und unterminierten langfristig die Legitimität staatlichen Handelns, so Geiger. In einer Zeit der Dauerkrise wachse die Anfälligkeit für Desinformation, vereinfachende Deutungsmuster und extremisierende Botschaften. Daher sei Kommunikation kein nachgeordnetes Instrument, sondern ein zentraler Bestandteil gesamtstaatlicher Resilienz. Denn eine transparente, konsistente und nachvollziehbare Kommunikation stärke die Fähigkeit der Gesellschaft, Manipulationsversuche zu erkennen und einzuordnen. Sie trage dazu bei, Vertrauen in demokratische Prozesse und Institutionen zu stabilisieren und einer schleichenden Erosion entgegenzuwirken.