Warum gelangen westliche Technologien trotz Exportbeschränkungen weiterhin in russische Waffen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die neue ARD-Story „Die Russland-Route“ des preisgekrönten NDR-Autors Michael Höft. Für die Dokumentation reiste Höft unter anderem nach Kiew und Brüssel. Auf den Spuren geleakter russischer Zolldokumente führten ihn seine Recherchen auch in verschiedene Landesteile Kasachstans und Kirgisistans. Die Dokumentation zeigt, wie sogenannte Dual-Use-Technologien trotz Sanktionen weiterhin ihren Weg nach Russland finden. Dabei konfrontierte das Team auch betroffene Unternehmen mit den Rechercheergebnissen.
Der NDR zeigte die Dokumentation am 6. Mai als Preview im Hamburger Zeise-Kino. Knapp 200 Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil. Im anschließenden Gespräch diskutierten neben Michael Höft auch die Wirtschaftsjournalistin Birgit Jennen, Rostyslav Sukennyk als Vertreter ukrainischer Organisationen in Deutschland sowie Prof. Dr. Michael Brzoska, Rüstungsexperte und Senior Research Fellow am IFSH. Moderiert wurde der Abend von der NDR-Journalistin Julia Saldenholz. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Wirksamkeit wirtschaftlicher Sanktionen, die Rolle von Unternehmen und Politik sowie die Frage, wie Handelswege überhaupt lückenlos kontrolliert werden können. Michael Brzoska ordnete unterschiedliche Sanktionsformen ein und betonte, dass Sanktionen trotz bestehender Schlupflöcher ein wichtiges politisches Instrument blieben.
Die Dokumentation „Die Russland-Route“ ist seit dem 6. Mai in der ARD-Mediathek verfügbar.