Oberstleutnant i.G. Thilo Geiger (in der Mitte) diskutiert mit anderen Teilnehmenden auf der Podiumsdiskussion "4 Jahre Krieg in der Ukraine. Wie wirkt sich der Krieg auf Soldaten und Gesellschaft." (c) GSP e.V. Sektion Erfurt

Demokratien gegen hybride Bedrohungen stärken

Vier Jahre Krieg in der Ukraine: Die Bedrohung durch Cyberangriffe und soziale Desinformationskampagnen als Teil einer hybriden Kriegsführung hat auch in Deutschland zugenommen. Wie können Demokratien auf hybride Angriffe reagieren und welche Folgen hat der Krieg für die Menschen in der Ukraine? Darüber diskutierten Gäste aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft am 14. September bei einer Podiumsdiskussion im Erfurter Rathaus.

Der IFSH-Wissenschaftler und Oberstleutnant i.G. Thilo Geiger eröffnete die Diskussionsrunde mit einem Vortrag über die Logik der hybriden Kriegsführung. Diese ziele darauf ab, den Gegner zu schwächen und handlungsunfähig zu machen sowie das Denken der Menschen zu beeinflussen. Russland versuche etwa, Bündnisse wie die NATO und die EU gezielt zu schwächen, indem es deren Mitgliedstaaten destabilisiere, erklärte der Wissenschaftler. Die Angriffe richteten sich dabei gegen verschiedene Bereiche von Staat und Gesellschaft und wirkten auf virtueller Ebene, etwa durch Cyberangriffe, auf physischer Ebene, etwa durch Sabotage von Infrastrukturen, aber auch auf kognitiver Ebene, beispielsweise durch die Verbreitung von Desinformation. Das könne zu Instabilität führen und nationalistische Lösungen stärken, was wiederum die Bündnisstabilität schwäche. Deshalb müsse der Schutz der Gesellschaft und der Demokratie vor diesen Angriffen und Einflussnahmen stärker in den Fokus gerückt werden, betonte Geiger.

Weitere Vortragende waren Kerry Aileen Hoppe, Mitglied des Bundesvorstands der FDP, Vasyl Vitenko, Vorsitzender des Verbandes Ukrainischer Landsleute in Thüringen, und der Kriegsreporter Till Mayer, die viele persönliche Erfahrungen einbrachten.

Die Veranstaltung wurde organisiert von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. (Sektion Erfurt) in Kooperation mit der Friedrich-Neumann-Stiftung, dem Reservistenverband der Deutschen Bundeswehr e.V. sowie der Deutsch-Atlantischen Gesellschaft e.V. Thomas Nagel von der Friedrich-Naumann-Stiftung führte durch die Veranstaltung.
 

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