Einstufung des IFSH als „unerwünschte Organisation“ in Russland

Stellungnahme des Vorstands des IFSH vom 4. November 2026

Am 30. Oktober 2026 wurde bekannt, dass das russische Justizministerium das IFSH auf Grundlage einer Entscheidung der russischen Generalstaatsanwaltschaft in das Register sogenannter „unerwünschter Organisationen“ aufgenommen hat.

Seit mehr als 50 Jahren bietet das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) als unabhängige Forschungseinrichtung einen Ort für wissenschaftlichen Austausch und fundierte Debatten über Frieden und Sicherheit in Europa und darüber hinaus. Es verbindet wissenschaftliche Grundlagenforschung mit Analysen aktueller sicherheitspolitischer Ereignisse und entwickelt praxisrelevante Empfehlungen für Politik und Gesellschaft.

Wissenschaftsfreiheit und grenzüberschreitende Zusammenarbeit sind wesentliche Grundlagen dieser Arbeit. Die Einstufung als „unerwünschte Organisation“ greift diese Grundlagen an: Sie gefährdet den freien Austausch und setzt Menschen unter Druck, die gemeinsam zu zentralen Fragen von Frieden und Sicherheit in Europa forschen. Das IFSH hält an seinem Auftrag fest, durch unabhängige Forschung und internationale Kooperation Perspektiven für eine friedliche europäische Zukunft zu entwickeln.

Nach russischem Recht ist russischen Staatsangehörigen die Beteiligung an der Tätigkeit entsprechend eingestufter Organisationen auch außerhalb Russlands untersagt. Damit kann auch eine Mitarbeit am IFSH oder die Beteiligung an seinen Aktivitäten in Deutschland für russische Staatsangehörige verwaltungsrechtliche und unter bestimmten Voraussetzungen strafrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Das IFSH nimmt die möglichen Folgen dieser Einstufung für seine Mitarbeitenden, Kooperationspartner und weitere mit dem Institut verbundene Personen sehr ernst. Wir prüfen derzeit sorgfältig, welche Auswirkungen sich daraus für bestehende Kooperationen und Aktivitäten ergeben. Der Schutz der betroffenen Personen hat dabei für uns höchste Priorität.

Der Vorstand des IFSH

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