Welche Rolle spielen militarisierte Männlichkeiten bei Menschenrechtsverletzungen und wie kann man sie in internationalen Menschenrechtsuntersuchungen stärker einbeziehen? Darüber tauschten sich Vertreter:innen verschiedener UN-Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Ermittler:innen für Menschenrechtsverletzungen sowie Repräsentant:innen der kolumbianischen Wahrheitskommission Anfang September im zweitägigen Policy-Workshop „Militarised Masculinities and Human Rights Investigations“ in Genf aus.
Auch IFSH-Wissenschaftler und Mitorganisator Dr. Philipp Schulz nahm an der internationalen Fachtagung teil und stellte seinen kürzlich erschienenen Policy-Bericht „Militarised Masculinities and Human Rights Investigations“ vor. Im Bericht analysiert Schulz, wie militarisierte Männlichkeitsvorstellungen zu Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Straflosigkeit beitragen und wie sie stärker in internationalen Menschenrechtsuntersuchungen berücksichtigt werden können. Er zeigt, wie “Fact-Finding-Missions” und Untersuchungskommissionen die militarisierten Männlichkeiten als strukturelle Ursachen und begünstigende Bedingungen von Gewalt analysieren können. Darüber hinaus enthält der Bericht konkrete Handlungsempfehlungen sowie praktische Leitfragen. Ziel ist es, Menschenrechtsuntersuchungen stärker auf die Ursachen von Gewalt auszurichten und damit zu Rechenschaftspflicht sowie zur Verhinderung künftiger Gewalt beizutragen.
Der Workshop wurde gemeinsam von der Nichtregierungsorganisation Impunity Watch und Dr. Philipp Schulz organisiert.