Wie können kreative und partizipative Ansätze neue Perspektiven auf internationale Politik, Frieden und Konflikte eröffnen? Mit dieser Frage beschäftigten sich fünf internationale Wissenschaftler:innen im Rahmen eines Workshops zwischen dem 25. – 28. Oktober 2026 im italienischen Rapallo. Der Workshop „Co-Creative Approaches in International Studies“ fand im Rahmen der Exploratory Symposia der European International Studies Association (EISA) statt, und wurde von IFSH-Wissenschaftlicher Dr. Philipp Schulz und von Dr. Christine Andrä von der University of Groningen organisiert.
Ko-kreative Forschungsansätze beziehen Menschen außerhalb der Wissenschaft aktiv in Forschungsprozesse ein und nutzen beispielsweise künstlerische, visuelle oder andere kreative Methoden, um gemeinsam Wissen zu entwickeln. Dazu gehören etwa partizipative Fotografie, künstlerische Workshops oder Ausstellungen. Gerade in der Friedens- und Konfliktforschung können solche Ansätze dazu beitragen, Erfahrungen und Perspektiven sichtbar zu machen, die durch herkömmliche Forschungsmethoden nur schwer erfasst werden, und gesellschaftliche Transformationsprozesse anschieben.
Im Mittelpunkt des Workshops standen die wissenschaftlichen, methodischen, ethischen und gesellschaftlichen Möglichkeiten dieser Ansätze. Die Workshop-Teilnehmenden diskutierten unter anderem, wie ko-kreative Forschung zu neuen Erkenntnissen beitragen kann, welche Bedeutung sie für gesellschaftliche Veränderungsprozesse hat und wie eine gleichberechtigte und für alle Beteiligten gewinnbringende Zusammenarbeit gestaltet werden kann.
Der Workshop bildete zugleich den Ausgangspunkt für eine längerfristige wissenschaftliche Zusammenarbeit. Ein nächster Schritt ist die Zusammenstellung und Beantragung eines internationalen Forschungsnetzwerks zu ko-kreativen Ansätzen in der Friedens- und Sicherheitsforschung. Ziel eines solchen Netzwerkes ist es, Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen und Forschungskontexten zusammenzubringen, den wissenschaftlichen Austausch zu stärken und ko-kreative Methoden in der Friedens- und Sicherheitsforschung gemeinsam weiterzuentwickeln.