Wie können Wissenschaft und Demokratie vor Desinformation, politischer Einflussnahme und öffentlichen Anfeindungen geschützt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich am 11. Juni 2026 die dritte Ausgabe des Symposiums der Initiative „Expertise unter Druck – Orientierung und Schutz für Wissenschaftler:innen in der Öffentlichkeit“. Rund 150 Teilnehmende aus Wissenschaft, Politik, Medien und Zivilgesellschaft kamen bei der Veranstaltung in der Bucerius Law School in Hamburg zusammen, um über diese Frage zu diskutieren.
Dr. Hanna Pfeifer, Leiterin des Forschungsbereichs Gesellschaftlicher Frieden und Innere Sicherheit am IFSH, nahm als Podiumsgast an einer von Manuel Hartung, Vorstandsvorsitzender der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, moderierten Impulsrunde teil. Gemeinsam mit dem Politikwissenschaftler Dr. Ilyas Saliba von der Universität Erfurt diskutierte sie über die Frage, welche Belastungen Wissenschaftler:innen heute aushalten müssten und wo die Grenzen des Zumutbaren wären. Pfeifer machte deutlich, dass kontroverse Auseinandersetzungen und kritische Rückmeldungen zum wissenschaftlichen Arbeiten gehörten. Zugleich verwies sie auf die zunehmende Zahl von Angriffen auf Forschende, die oftmals unterhalb der Schwelle rechtlicher Sanktionierbarkeit stattfänden, aber trotzdem strukturell die Wissenschaftsfreiheit schwächten. Um Wissenschaftler:innen wirksam zu schützen, brauche es daher nicht nur rechtliche Mittel, sondern auch eine Kultur der Solidarität sowie Rückhalt durch Politik, Medien und Gesellschaft.
Zu den weiteren Gästen der Tagung zählten unter anderem die Potsdamer Verfassungsrechtlerin Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf sowie die Medizinethikerin Prof. Dr. Alena Buyx von der Technischen Universität München. Auch die Wissenschaftssenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg Maryam Blumenthal richtete sich mit einem Plädoyer für den Schutz freier Wissenschaft an die Teilnehmer:innen der Konferenz.
Die von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, der Klaus Tschira Stiftung und Scicomm-Support getragene Initiative „Expertise unter Druck – Orientierung und Schutz für Wissenschaftler:innen in der Öffentlichkeit“ bringt Vertreter:innen aus Wissenschaft, Politik, Medien und Zivilgesellschaft zusammen, um Strategien zum Schutz der Wissenschaftsfreiheit zu entwickeln. Weitere Informationen finden Sie hier.