Räume des Friedens

Friedensideen in der russischen und ukrainischen Diaspora in Deutschland und ihr Potenzial für die Konflikttransformation

Internationale Konflikte wirken heute vielfach weit über ihre unmittelbaren geografischen Grenzen hinaus. Durch Migration und andere transnationale Beziehungen werden Konflikterfahrungen, politische Deutungen und gesellschaftliche Spannungen in neue soziale Kontexte getragen. Dort werden sie jedoch nicht einfach reproduziert. Sie treffen auf veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, biografische Erfahrungen und soziale Beziehungen und können dadurch neue Konfliktdynamiken hervorbringen. Friedens- und Konfliktvermittlung muss deshalb auch danach fragen, wie Konflikte außerhalb ihres unmittelbaren Entstehungsortes wirksam werden, wie Menschen dort mit ihnen umgehen und unter welchen Bedingungen friedliches Zusammenleben möglich bleibt.

In dem von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) geförderten Projekt ergründen wir mit Vertreter:innen der ukrainischen und russischen Diaspora(s) in Deutschland Alltagswissen über Wege und Formen des alltäglichen friedlichen Miteinanders. Welche Alltagskonflikte ruft der Krieg in der Ukraine bei diesen Menschen hervor und wie versuchen sie, mit ihnen umzugehen? Auf diese Weise lenkt das Projekt den Blick stärker auf die soziale Verankerung von Frieden und Konfliktbewältigung. Es verbindet Ansätze der Konflikttransportation mit der Forschung zu Alltagsfrieden (everyday peace). Wir betrachten ukrainische und russisch(sprachig)e Migrant:innen nicht lediglich als Personen, über deren Beziehungen und Praktiken Konflikte in neue gesellschaftliche Kontexte hineinwirken, sondern als Träger:innen lokalisierten Wissens darüber, wie transnationalisierte Konflikte im Alltag wirksam, verändert und bearbeitet werden.

Empirisch stützt sich unsere Forschung auf leitfadengestützte Einzelinterviews sowie ein partizipatives Zukunftslabor, in dem Interviewmaterial gemeinsam mit Forschungspartner:innen aus den untersuchten sozialen Zusammenhängen interpretiert wird. Die Ergebnisse werden für die Öffentlichkeit in der digitalen Ausstellung „Räume des Friedens“ aufbereitet, die ab Mitte November 2026 online zur Verfügung steht (www.raeume-des-friedens.de).

Laufzeit: April 2024 bis März 2027

Neuigkeiten

Projektbeteiligte

Dr. Regina Heller
Senior Researcher
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Dr. Christian Fröhlich
Associate Researcher
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Prof. Regina Elsner
Kooperationspartnerin (Universität Münster)
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Anna Mkrtumova
Wissenschaftliche Hilfskraft